Chirurgie

Chirurgie

allgemeine Chirurgie, Visceral(Bauch)-Chirurgie und Unfallchirurgie

Schwerpunkt: Leistenbruch/ Hernie

Was ist ein Leistenbruch (auch Leistenhernie gennant)?

Man nennt sie auch die Schwachstelle der Männer: die Leistengegend. Fast jeder Dritte erleidet im Laufe seines Lebens einen Leistenbruch, sechs- bis achtmal häufiger als Frauen. Diese Lücke in der Bauchwand entsteht nahe der Stelle, wo beim Mann der Samenstrang und bei der Frau das Mutterband durch die Bauchwand hindurchziehen. Kommt es zu einem Bruch in der Bauchwand, kann sich eine von außen sicht- und tastbare Vorstülpung bilden: der Leistenbruch.

Wie kommt es zu einem Leistenbruch?

Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein. Erhöhter Druck im inneren des Bauches zum Beispiel durch schweres Tragen, chronisches Husten und Niessen oder anstrengendes Pressen beim Stuhlgang spielen hier ebenso eine Rolle wie eine geschwächte Bauchwandmuskulatur oder Bindegewebsschwächung. Dieser zusätzliche Druck auf die Bauchwand kann langfristig zu einer Ausstülpung im Leistenkanal führen.

Welche Auswirkungen hat ein Leistenbruch?

Zunächst keine. Lediglich die Vorstülpung sowie leichte ziehende Schmerzen kündigen den Leistenbruch zu Beginn an. Wird der Bruch allerdings nicht bald behandelt, vergrößert er sich im Laufe der Zeit immer mehr und kann dann sogar eine Darmschlinge einklemmen. Sollte diese Darmschlinge dann nicht mehr vollständig durchblutet werden, kann das Gewebe absterben. Das führt möglicherweise zu einer äußerst schmerzhaften und schlimmstenfalls sogar lebensbedrohlichen Komplikation, da ein Darmverschluß oder sogar eine Bauchfellentzündung entstehen können.

Warum muß ein Leistenbruch operiert werden?

Ein Leistenbruch heilt niemals von alleine. Und klassische Bruchbinden stellen keinerlei Alternative zu einer Operation dar- im Gegenteil: wird der Leistenbruch nicht operiert, erweitert sich die Bruchstelle und es kann zu den schon genannten kritischen Situationen kommen. Um diese gar nicht erst entstehen zu lassen, sollten Leistenbrüche umgehend operiert werden, d.h. möglichst bald nach der Diagnosestellung.

Wie wird ein Leistenbruch operiert?

Ein Leistenbruch kann mittels chirurgischem Nahtmaterial vernäht werden. Man spricht dann vom klassischen Verfahren. Die Alternative ist die Abdeckung des Bruches mit einem Kunststoffnetz, das so genannte spannungsfreie Verfahren.

Beim klassischen Verfahren werden die vorgestülpten Gewebeanteile zurückgedrängt und die Bruchlücke, also die aufgedehnte Öffnung im Gewebe, mit einer Naht verschlossen. Bei dieser Technik wird die Operation durch einen ca. 5cm langen Hautschnitt durchgeführt.

Beim spannungsfreien Verfahren wird die Operation ähnlich ausgeführt. Allerdings wird die Bruchlücke mit einem gut verträglichen, flexiblen flachen oder stöpselförmigen Netz verschlossen. Diese aus speziellem Kunststoff hergestellten Netze zeichnen sich dadurch aus, dass keine Nahtspannung entsteht. In der Regel werden Netze verwendet, die sich im Laufe des ersten Jahres zum Teil wieder auflösen, so dass möglichst wenig Fremdmaterial im Körper verbleibt.

Je nach Befund werden verschiedene Netze verwendet.

Lichtenstein Netz

 

UltraPro Plug (stöpselförmiges Netz)

UltraPro Hernia System

 

Welche der Operationsmethoden geeignet ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und kann erst nach einer Untersuchung in einem persönlichen Gespräch entschieden werden.

Die Erholungsphase

Grundsätzlich werden sie ihre volle Leistungsfähigkeit bald wiedererlangen. Bereits nach 1-2 Wochen sind leichte Tätigkeiten möglich. Nach 2-3 Wochen können sie wieder Arbeiten mit leichter Hebebelastung verrichten. Nach 3-4 Wochen sollte dann ihre volle Belastbarkeit wiederhergestellt sein.

 

Proktologische Schwerpunke: Analfissuren und Analfisteln


Proktologische Schwerpunke: Hämorrhoidalleiden

Was sind Hämorrhoiden?

Unter Hämorrhoiden versteht man knotige Vergrößerungen des Schwellkörpers am Übergang des Analkanals zum Mastdarm.

Die krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden wird in vier Stadien eingeteilt. Zwischenstufen zwischen den einzelnen Stadien sind möglich.

Hämorrhoiden 1. Grades

  • Die Hämorrhoiden sind nicht von außen sichtbar, sie können nur proktoskopisch dargestellt werden.
  • Die Knoten wölben sich nur leicht innerhalb des Darmrohres vor. Voll reversibel, es treten normalerweise keine Schmerzen auf.

Hämorrhoiden 2. Grades

  • Die Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal vor, ziehen sich aber nach kurzer Zeit von selbst wieder zurück.
  • Die Hämorrhoiden sind allein nicht mehr rückbildungsfähig.

Hämorrhoiden 3. Grades

  • Ein oder mehrere Knoten können bei Anstrengungen spontan vorfallen. Nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr von selbst zurück. Die Reposition (Hineinschieben) ist aber noch möglich.
  • Es kann zur Einklemmung und Blutung kommen.

Hämorrhoiden 4. Grades

  • Entspricht einem Analprolaps (Tiefertreten).
  • Die Reposition (Hineinschieben) ist nicht mehr möglich.

Unbehandelt führen Hämorrhoiden häufig zu hellroten Blutungen, die von harmlosen Blutstreifen auf dem Toilettenpapier bis zu starken Blutungen reichen können. Ein Juckreiz, Schmerzen besonders beim Stuhlgang, eine stauungsbedingte Sekretion und ein Ekzem begleiten diese Erkrankung häufig. Der sichere Verschluß des Enddarms wird beeinträchtigt, angefangen mit leichter Verschmutzung der Wäsche, auf Dauer kann es bis zum Verlust der Stuhlkontrolle (Inkontinenz) kommen.

Da andere erkrankungen ähnliche Symptome hervorrufen können, ist die sichere Diagnose vor der Behandlung unbedingt erforderlich, um zum Beispiel ein Krebsleiden  auszuschließen.

Therapie des Hämorrhoidalleidens

Halboperative Verfahren

  • Sklerosierungstherapie
  • Gummibandunterbindung nach Barron
  • Kryochirurgie
  • Infrarotkoagulation

Operative Methoden

  • Operation nach Milligan-Morgan und Parks
  • Hämorrhoiden-Behandlung mit einem Nahtklammergerät
  • Unterbindung (Umstechung) der die Knoten ernährenden Gefäße

Weitere Leistungen

  • Krampfaderoperationen konventionell
  • Zehen-/Vorfuß-Operation
  • Kniegelenkarthroskopie
  • Karpaltunnel-Syndrom
  • Operation bei Sehnenverletzungen
  • Operation bei kindlicher Nabel- und Oberbauchbrüche
  • Tennisarm (Operation bei Epikondylitis)
  • Narbenkorrekturen
  • Narbenbruchoperation
  • Krampfaderoperation
  • Vorhautverengung
  • Sterilisation des Mannes
  • Bauchwandbruch-Operation bei Erwachsenen und Kindern
  • Metallentfernung (Entfernung von Osteosynthesematerial)